Was ist eine Genossenschaft?
Eine Genossenschaft ist eine aus natürlichen oder juristischen Personen bestehende Gesellschaft, die auf Gegenseitigkeit ausgerichtet ist und das Ziel verfolgt, den eigenen Mitgliedern Güter, Dienstleistungen und Arbeitsmöglichkeiten zu vorteilhafteren Bedingungen als die auf dem Markt üblichen zu beschaffen. Diese Vorteile können unterschiedlicher Art sein und beispielsweise in einem höheren Verdienst oder dem Erwerb von Gütern zu niedrigeren Preisen bestehen. Im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsformen ist das dadurch gebildete Vermögen größtenteils unteilbar, wird für die Investitionen der Genossenschaft verwendet und an neue Generationen von Genossenschaftsmitgliedern weitergegeben. Eine Genossenschaft ist eine Gesellschaft in der die Mitglieder aktiv an unternehmerischen Entscheidungen beteiligt sind: alle Mitglieder haben gleich großen Einfluss auf die Entscheidungen des Unternehmens, weil es in einer Genossenschaft die Unterscheidung zwischen Inhaber und Angestellten nicht gibt. Auch bei den Verwaltern muss es sich mehrheitlich um Mitglieder der Genossenschaft handeln.
Wesentliche Merkmale einer Genossenschaft sind:
- die Gegenseitigkeit oder Mitgliedsförderung: die Mitglieder schließen sich zu einer Genossenschaft zusammen, um gemeinsame Ziele zu erreichen;
- das wirtschaftliche Mitwirken der Mitglieder: in einer Genossenschaft sind die Mitglieder nicht nur Inhaberinnen/Inhaber des Unternehmens, sondern arbeiten auch aktiv im Unternehmen mit;
- die demokratische Struktur: jedes Mitglied hat ein Stimmrecht, unabhängig davon, wie hoch der finanzielle Beitrag des Mitglieds an der Genossenschaft ist;
- die freiwillige und offene Mitgliedschaft: Genossenschaften sind Gesellschaften mit variablem Gesellschaftskapital. Somit können Mitglieder ohne außerordentliche Mitgliederversammlung (und damit ohne Anwesenheit eines Notars) aufgenommen werden oder austreten;
- die lokale Verankerung: Genossenschaften sind eng mit der Gesellschaft verknüpft, in der sie arbeiten und stärken dadurch die lokale Wirtschaft;
- die Solidarität zwischen den Generationen: Genossenschaften bilden unteilbare Rücklagen, die nicht unter den Mitgliedern aufgeteilt werden können und somit den Fortbestand der Genossenschaft auch für zukünftige Generationen sichern;
- die Solidarität nach außen: die Genossenschaften streben untereinander eine Vernetzung und Zusammenarbeit an und zahlen 3% ihres Gewinns in einen Fonds zur Förderung des Genossenschaftswesens (Mutualitätsfonds START) ein.


