Konsumgenossenschaften
Zweck dieser Genossenschaften ist es, die Nachfrage nach Verbrauchsgütern und anderen Gütern zu befriedigen.
Eine Konsumgenossenschaft ist bestrebt, die Spanne zwischen Verkaufspreisen und Einkaufspreisen gering zu halten und somit den Mitgliedern den Erwerb von Gütern zu niedrigeren Preisen als den üblichen Marktpreisen zu ermöglichen.
Typische Beispiele für Konsumgenossenschaften sind die in Genossenschaftsform organisierten großen Handelsketten sowie die Genossenschaften für die Stromerzeugung und -versorgung.
Koncoop – eine Konsumgenossenschaft für Südtirol
Im Lebensmittelsektor lassen sich zwei große Tendenzen feststellen: Einerseits beklagen immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten, dass wenige multinationale Unternehmen den Lebensmittelsektor kontrollieren. Diese Marktkonzentration wirkt sich nicht nur negativ auf die Preisentwicklung aus, sondern führt auch zu einer zunehmenden Standardisierung des Warenangebots.
Andererseits lässt sich eine zunehmende Tendenz zu einem ethischen Bewusstsein und Konsumverhalten der Kundinnen und Kunden feststellen. Zwar steigt das Warenangebot in den Geschäften, mit ihm aber auch die Verunsicherung der Konsumentinnen und Konsumenten: Woher kommen unsere Lebensmittel? Unter welchen Arbeitsbedingungen wurden sie produziert? Welcher Anteil des Verkaufspreises geht an die Bauern? Welche Herbizide und Pestizide wurden eingesetzt? Wie werden die Tiere behandelt? Wie wurden die Lebensmittel gelagert, verarbeitet, transportiert? Nicht nur der Preis einer Ware ist ausschlaggebend für den Konsum, sondern auch ethische Überlegungen, Qualität und Vertrauen in die Produkte und das Verteilernetz.
In Zeiten der Globalisierung und Standardisierung der Waren, der Lebensmittelskandale, des steigenden Umweltbewusstseins und der Klagen bezüglich überhöhter Preise, wächst das Bedürfnis der Konsumentinnen und Konsumenten nach Mitbestimmung und Einflussnahme.
Eine vor mehr als hundert Jahren entstandene Organisationsform gewinnt wieder an Aktualität: die Konsumgenossenschaft. Waren es in Zeiten der Industrialisierung die Lebensmittelknappheit und die überhöhten Preise, die zur Gründung von Konsumgenossenschaften geführt haben, so sind es heute der Wunsch nach Mitbestimmung, nach Qualitätssicherung und nach dem Erhalt der Kaufkraft.
Mehr als 100 Jahre nach der Gründung der ersten Konsumgenossenschaft in Südtirol, des Konsumvereins Salurn im Jahre 1897, wollen Konsumentinnen und Konsumenten auch bei uns eine aktivere Rolle am Markt spielen. Aus einer Pattform von lokalen Interessensverbänden (Gewerkschaften, Bauernbund, Verbraucherzentrale und Genossenschaftsverbänden) ist eine moderne Konsumgenossenschaft für Südtirol entstanden: am 19. Mai 2005 wurde die Koncoop gegründet. Ihre Hauptanliegen sind soziale und ökologische Werte bei der Herstellung und dem Handel mit Lebensmittel, der Schutz der Kaufkraft gegen Spekulationen und die Vermarktung lokaler und biologischer Produkte.

